Weisheitszähne (dritte Backenzähne) brechen meist in der späten Jugend oder Anfang zwanzig durch. Fehlt im Kiefer der Platz, können sie nicht vollständig durchbrechen und bleiben teilweise oder vollständig verlagert.
Diese Seite erklärt zu Informationszwecken, wann eine Entfernung infrage kommt, wie der Eingriff abläuft und wie die Heilung verläuft. Ob Ihr Zahn entfernt werden sollte, lässt sich nur durch Untersuchung und Röntgenaufnahme feststellen.
Muss jeder Weisheitszahn entfernt werden?
Nein. Bei verlagerten Zähnen ohne Beschwerden und ohne krankhaften Befund in der Umgebung ist auch das Beobachten eine Option. Bei der Entscheidung wird Folgendes berücksichtigt:
- Lage und Durchbruchswinkel des Zahns
- Ob wiederkehrende Entzündungen in seiner Umgebung auftreten
- Ob der Zahn selbst oder der Nachbarzahn kariös ist
- Ob im Röntgenbild eine Zyste oder ein anderer krankhafter Befund sichtbar ist
- Ob sich der Bereich reinigen lässt
- Eine geplante kieferorthopädische Behandlung
- Alter und allgemeiner Gesundheitszustand
Wann kommt eine Entfernung infrage?
| Situation | Grund |
|---|---|
| Perikoronitis | Wiederkehrende Entzündung des Zahnfleischs über einem teilweise durchgebrochenen Zahn |
| Karies | Nicht reinigbare Karies am Weisheitszahn oder am benachbarten Backenzahn |
| Wurzelresorption | Der verlagerte Zahn verursacht einen Abbau an der Wurzel des Nachbarzahns |
| Zyste / krankhafter Befund | Sackartige Veränderung um den Zahn |
| Zahnfleischtasche | Nicht reinigbare tiefe Tasche hinter dem Nachbarzahn |
| Kieferorthopädie | Wenn der Behandlungsplan es erfordert |
Wie läuft die Entfernung ab?
- Untersuchung und Bildgebung. Lage und Wurzelform des Zahns sowie der Abstand zum Nervkanal im Unterkiefer bzw. zur Kieferhöhle im Oberkiefer werden mit einer Panoramaaufnahme und bei Bedarf einer 3D-Aufnahme beurteilt.
- Planung. Es wird festgelegt, ob eine einfache oder eine operative Entfernung nötig ist; Medikamente und allgemeiner Gesundheitszustand werden erfragt.
- Betäubung. Der Bereich wird örtlich betäubt.
- Zugang. Bei verlagerten Zähnen wird das Zahnfleisch eröffnet; bei Bedarf wird etwas von dem Knochen abgetragen, der den Zahn bedeckt.
- Entfernung. Der Zahn wird im Ganzen oder geteilt entfernt.
- Reinigung und Wundverschluss. Die Wunde wird gespült und bei Bedarf vernäht.
- Kontrolle. Die Fäden werden meist nach etwa einer Woche entfernt.
Heilungsverlauf
| Zeitraum | Zu erwarten |
|---|---|
| Erste 24 Stunden | Leichtes Sickerbluten; das Blutgerinnsel muss geschützt werden |
| 2.–3. Tag | Die Schwellung ist am stärksten |
| 4.–7. Tag | Schwellung und Schmerzen nehmen deutlich ab |
| Um den 7. Tag | Die Fäden werden entfernt |
| 2–3 Wochen | Das Zahnfleisch hat sich weitgehend geschlossen |
| Einige Monate | Der Knochendefekt füllt sich |
Pflege nach der Entfernung
In den ersten 24 Stunden zu vermeiden:
- Ausspucken und kräftiges Ausspülen des Mundes
- Trinken mit dem Strohhalm
- Rauchen
- Heiße Speisen und Getränke
- Berühren der Wunde mit Zunge oder Finger
Empfohlen:
- Auf den eingelegten Tupfer so lange beißen wie angegeben
- Die Wange von außen in Abständen kühlen
- Weiche, lauwarme Speisen essen
- Verordnete Medikamente wie angewiesen einnehmen
- Ab dem Folgetag nach zahnärztlicher Anleitung vorsichtig mit der Reinigung beginnen
Risiken und Komplikationen
- Infektion im Operationsgebiet
- Trockene Alveole: Lösen des Blutgerinnsels mit starken Schmerzen
- Länger anhaltende oder wiederkehrende Blutung
- Schwellung, Bluterguss und vorübergehend eingeschränkte Mundöffnung
- Verletzung des Nachbarzahns oder seiner Füllung
- Im Unterkiefer wegen der Nervennähe Taubheitsgefühl an Lippe und Kinn – meist vorübergehend, selten dauerhaft
- Im Oberkiefer Probleme im Zusammenhang mit der Kieferhöhle
- Kieferbruch (sehr selten)
Diese Liste ist nicht abschließend. Ihre individuellen Risiken werden je nach Lage des Zahns im Röntgenbild im Rahmen der Aufklärung ausführlich besprochen.
Wann sollten Sie sich in der Praxis melden?
- Zunehmende Schmerzen nach dem dritten Tag, die auf Medikamente nicht ansprechen
- Blutung, die nicht aufhört
- Hohes Fieber und ausgedehnte Schwellung
- Zunehmende Schwierigkeiten, den Mund zu öffnen
- Übler Geruch und schlechter Geschmack im Mund
Was sollten Patientinnen und Patienten aus dem Ausland beachten?
Der Eingriff selbst findet in einer Sitzung statt; die Schwellung ist am zweiten und dritten Tag am stärksten, und vorhandene Fäden werden nach etwa sieben Tagen entfernt. Ob und wie ein Weisheitszahn entfernt wird, entscheidet sich erst nach Untersuchung und Bildgebung.
| Punkt | Hinweis |
|---|---|
| Eingriff | Eine Sitzung, je nach Lage etwa 20–60 Minuten |
| Fäden | Entfernung nach etwa 7 Tagen |
| Weichgewebe | Weitgehend geschlossen nach 2–3 Wochen |
| Vorhandene Unterlagen | Frühere Panorama- oder 3D-Aufnahmen können vorab übermittelt werden |
| Nach der Rückkehr | Kontrolle bei Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt vor Ort; bei den oben genannten Warnzeichen umgehend melden |
Hinweis zu den Behandlungskosten
Auf dieser Seite werden keine Preise genannt. Der Umfang des Eingriffs hängt von der Lage des Zahns und dem Grad der Verlagerung ab; über die Kosten kann erst nach Untersuchung und Röntgenbefund gesprochen werden.



