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Oralchirurgie

Weisheitszahnentfernung

Wann sollte ein Weisheitszahn entfernt werden und wie läuft die Operation eines verlagerten Zahns ab? Informationen zu Ablauf, Heilung und Risiken.

Zuletzt aktualisiert:

Medizinisch geprüft von:Dt. Emre Ersaçan

Symbolbild: sterile chirurgische Vorbereitung mit Abdecktuch, Nahtmaterial und Pinzette

Auf einen Blick

Behandlungsdauer
Je nach Lage etwa 20–60 Minuten
Betäubung
Örtliche Betäubung; auf Wunsch mit Sedierung
Schwellung
Am stärksten am 2.–3. Tag, danach rückläufig
Naht
Bei verlagerten Zähnen meist nötig; Entfernung nach etwa 7 Tagen
Arbeitsfähigkeit
Nach einfacher Entfernung 1 Tag, nach operativer Entfernung 2–3 Tage
Vollständige Heilung
Weichgewebe 2–3 Wochen, Knochen einige Monate

Weisheitszähne (dritte Backenzähne) brechen meist in der späten Jugend oder Anfang zwanzig durch. Fehlt im Kiefer der Platz, können sie nicht vollständig durchbrechen und bleiben teilweise oder vollständig verlagert.

Diese Seite erklärt zu Informationszwecken, wann eine Entfernung infrage kommt, wie der Eingriff abläuft und wie die Heilung verläuft. Ob Ihr Zahn entfernt werden sollte, lässt sich nur durch Untersuchung und Röntgenaufnahme feststellen.

Muss jeder Weisheitszahn entfernt werden?

Nein. Bei verlagerten Zähnen ohne Beschwerden und ohne krankhaften Befund in der Umgebung ist auch das Beobachten eine Option. Bei der Entscheidung wird Folgendes berücksichtigt:

  • Lage und Durchbruchswinkel des Zahns
  • Ob wiederkehrende Entzündungen in seiner Umgebung auftreten
  • Ob der Zahn selbst oder der Nachbarzahn kariös ist
  • Ob im Röntgenbild eine Zyste oder ein anderer krankhafter Befund sichtbar ist
  • Ob sich der Bereich reinigen lässt
  • Eine geplante kieferorthopädische Behandlung
  • Alter und allgemeiner Gesundheitszustand

Wann kommt eine Entfernung infrage?

SituationGrund
PerikoronitisWiederkehrende Entzündung des Zahnfleischs über einem teilweise durchgebrochenen Zahn
KariesNicht reinigbare Karies am Weisheitszahn oder am benachbarten Backenzahn
WurzelresorptionDer verlagerte Zahn verursacht einen Abbau an der Wurzel des Nachbarzahns
Zyste / krankhafter BefundSackartige Veränderung um den Zahn
ZahnfleischtascheNicht reinigbare tiefe Tasche hinter dem Nachbarzahn
KieferorthopädieWenn der Behandlungsplan es erfordert

Wie läuft die Entfernung ab?

  1. Untersuchung und Bildgebung. Lage und Wurzelform des Zahns sowie der Abstand zum Nervkanal im Unterkiefer bzw. zur Kieferhöhle im Oberkiefer werden mit einer Panoramaaufnahme und bei Bedarf einer 3D-Aufnahme beurteilt.
  2. Planung. Es wird festgelegt, ob eine einfache oder eine operative Entfernung nötig ist; Medikamente und allgemeiner Gesundheitszustand werden erfragt.
  3. Betäubung. Der Bereich wird örtlich betäubt.
  4. Zugang. Bei verlagerten Zähnen wird das Zahnfleisch eröffnet; bei Bedarf wird etwas von dem Knochen abgetragen, der den Zahn bedeckt.
  5. Entfernung. Der Zahn wird im Ganzen oder geteilt entfernt.
  6. Reinigung und Wundverschluss. Die Wunde wird gespült und bei Bedarf vernäht.
  7. Kontrolle. Die Fäden werden meist nach etwa einer Woche entfernt.

Heilungsverlauf

ZeitraumZu erwarten
Erste 24 StundenLeichtes Sickerbluten; das Blutgerinnsel muss geschützt werden
2.–3. TagDie Schwellung ist am stärksten
4.–7. TagSchwellung und Schmerzen nehmen deutlich ab
Um den 7. TagDie Fäden werden entfernt
2–3 WochenDas Zahnfleisch hat sich weitgehend geschlossen
Einige MonateDer Knochendefekt füllt sich

Pflege nach der Entfernung

In den ersten 24 Stunden zu vermeiden:

  • Ausspucken und kräftiges Ausspülen des Mundes
  • Trinken mit dem Strohhalm
  • Rauchen
  • Heiße Speisen und Getränke
  • Berühren der Wunde mit Zunge oder Finger

Empfohlen:

  • Auf den eingelegten Tupfer so lange beißen wie angegeben
  • Die Wange von außen in Abständen kühlen
  • Weiche, lauwarme Speisen essen
  • Verordnete Medikamente wie angewiesen einnehmen
  • Ab dem Folgetag nach zahnärztlicher Anleitung vorsichtig mit der Reinigung beginnen

Risiken und Komplikationen

  • Infektion im Operationsgebiet
  • Trockene Alveole: Lösen des Blutgerinnsels mit starken Schmerzen
  • Länger anhaltende oder wiederkehrende Blutung
  • Schwellung, Bluterguss und vorübergehend eingeschränkte Mundöffnung
  • Verletzung des Nachbarzahns oder seiner Füllung
  • Im Unterkiefer wegen der Nervennähe Taubheitsgefühl an Lippe und Kinn – meist vorübergehend, selten dauerhaft
  • Im Oberkiefer Probleme im Zusammenhang mit der Kieferhöhle
  • Kieferbruch (sehr selten)

Diese Liste ist nicht abschließend. Ihre individuellen Risiken werden je nach Lage des Zahns im Röntgenbild im Rahmen der Aufklärung ausführlich besprochen.

Wann sollten Sie sich in der Praxis melden?

  • Zunehmende Schmerzen nach dem dritten Tag, die auf Medikamente nicht ansprechen
  • Blutung, die nicht aufhört
  • Hohes Fieber und ausgedehnte Schwellung
  • Zunehmende Schwierigkeiten, den Mund zu öffnen
  • Übler Geruch und schlechter Geschmack im Mund

Was sollten Patientinnen und Patienten aus dem Ausland beachten?

Der Eingriff selbst findet in einer Sitzung statt; die Schwellung ist am zweiten und dritten Tag am stärksten, und vorhandene Fäden werden nach etwa sieben Tagen entfernt. Ob und wie ein Weisheitszahn entfernt wird, entscheidet sich erst nach Untersuchung und Bildgebung.

PunktHinweis
EingriffEine Sitzung, je nach Lage etwa 20–60 Minuten
FädenEntfernung nach etwa 7 Tagen
WeichgewebeWeitgehend geschlossen nach 2–3 Wochen
Vorhandene UnterlagenFrühere Panorama- oder 3D-Aufnahmen können vorab übermittelt werden
Nach der RückkehrKontrolle bei Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt vor Ort; bei den oben genannten Warnzeichen umgehend melden

Hinweis zu den Behandlungskosten

Auf dieser Seite werden keine Preise genannt. Der Umfang des Eingriffs hängt von der Lage des Zahns und dem Grad der Verlagerung ab; über die Kosten kann erst nach Untersuchung und Röntgenbefund gesprochen werden.

Häufig gestellte Fragen

Kurze Antworten auf die häufigsten Fragen zu dieser Behandlung.

Müssen Weisheitszähne immer entfernt werden?

Nein. Laut einem Cochrane-Review gibt es bei verlagerten Weisheitszähnen ohne Beschwerden und ohne krankhaften Befund in der Umgebung keine starke Evidenz für einen eindeutigen Vorteil der Entfernung gegenüber dem Beobachten. Die Entscheidung hängt von der Lage des Zahns, den Befunden in seiner Umgebung und der einzelnen Person ab.

Wann ist eine Entfernung nötig?

Häufige Gründe sind wiederkehrende Zahnfleischentzündungen (Perikoronitis), Karies am Weisheitszahn oder am Nachbarzahn, Zysten oder ähnliche krankhafte Veränderungen, Wurzelresorption am Nachbarzahn, eine nicht reinigbare Lage sowie die Planung einer kieferorthopädischen Behandlung.

Wie wird ein verlagerter Weisheitszahn entfernt?

Unter örtlicher Betäubung wird das Zahnfleisch eröffnet; bei Bedarf wird etwas von dem Knochen abgetragen, der den Zahn bedeckt. Lässt sich der Zahn nicht im Ganzen entfernen, wird er geteilt und in Stücken entfernt. Die Wunde wird gereinigt und meist vernäht.

Ist der Eingriff schmerzhaft?

Während des Eingriffs sind keine Schmerzen zu erwarten; Druck- und Bewegungsgefühl sind normal. Nach Abklingen der Betäubung können einige Tage lang Schmerzen, Schwellung und eine eingeschränkte Mundöffnung auftreten. Diese Beschwerden werden mit den verordneten Medikamenten behandelt.

Wie lange dauert die Heilung?

Schwellung und Schmerzen sind meist in den ersten drei Tagen am stärksten und nehmen dann ab. Das Weichgewebe schließt sich in zwei bis drei Wochen, der Knochen füllt sich innerhalb einiger Monate. Die Zeiten hängen von der Person und der Lage des Zahns ab.

Worauf ist nach der Entfernung zu achten?

Am ersten Tag sollten Sie nicht ausspucken, keinen Strohhalm benutzen, den Mund nicht kräftig ausspülen und nicht rauchen, da sich sonst das Blutgerinnsel lösen kann. Kühlen verringert die Schwellung. Weiche, lauwarme Speisen sind zu bevorzugen.

Welche Risiken gibt es?

Möglich sind Infektion, trockene Alveole (Verlust des Blutgerinnsels), Nachblutung, Schwellung und eingeschränkte Mundöffnung, Verletzung des Nachbarzahns, im Unterkiefer wegen der Nervennähe ein vorübergehendes oder selten dauerhaftes Taubheitsgefühl sowie im Oberkiefer Probleme im Zusammenhang mit der Kieferhöhle. Diese Liste ist nicht abschließend.

Fragen zu einer Behandlung? Schreiben Sie uns.

Ob eine Behandlung für Sie geeignet ist, lässt sich erst nach einer Untersuchung und gegebenenfalls Röntgenaufnahmen beurteilen. Kontaktieren Sie die Praxis, um Ihren ersten Termin zu planen.

Quellen

Die Informationen auf dieser Seite beruhen auf den folgenden Quellen. Die Links waren bei der letzten Prüfung erreichbar.

  1. Cleveland Clinic. Wisdom Teeth Removal: Procedure & Recovery. Health Library
  2. NHS. Wisdom tooth removal. Conditions
  3. Ghaeminia H, Nienhuijs ME, Toedtling V, Perry J, et al.. Surgical removal versus retention for the management of asymptomatic disease-free impacted wisdom teeth. Cochrane Database of Systematic Reviews (2020). PMID: 32368796
  4. American Dental Association. Wisdom Teeth. MouthHealthy
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