Zahnfleischerkrankungen sind entzündliche Erkrankungen des Gewebes, das die Zähne umgibt und stützt; sie entstehen durch Plaqueansammlungen. Im frühen Stadium ist nur das Zahnfleisch betroffen, im weiteren Verlauf auch der zahntragende Knochen.
Diese Seite erklärt zu Informationszwecken die Stadien der Erkrankung, wie die Behandlung abläuft und worauf Sie danach achten sollten. In welchem Stadium Sie sich befinden, lässt sich nur durch Untersuchung und radiologische Beurteilung feststellen.
Wie schreitet die Erkrankung fort?
| Stadium | Was passiert | Rückbildung |
|---|---|---|
| Gesundes Zahnfleisch | Rosa, straff, blutet beim Putzen nicht | — |
| Gingivitis | Zahnfleisch rötet sich, schwillt an, blutet | Weitgehend rückbildungsfähig |
| Beginnende Parodontitis | Taschen vertiefen sich, Knochenabbau beginnt | Knochenverlust bildet sich nicht zurück |
| Fortgeschrittene Parodontitis | Zahnfleisch geht zurück, Zähne lockern sich | Verlust ist dauerhaft |
Frühe Stadien verursachen meist keine Schmerzen. Deshalb wird die Erkrankung oft erst bei einer Untersuchung entdeckt.
Welche Anzeichen gibt es?
- Bluten beim Zähneputzen oder bei der Verwendung von Zahnseide
- Gerötetes, geschwollenes und empfindliches Zahnfleisch
- Anhaltender Mundgeruch und schlechter Geschmack im Mund
- Zahnfleischrückgang, Zähne wirken länger
- Neue Lücken zwischen den Zähnen
- Gefühl, dass sich Zähne beim Kauen bewegen
- Eiteraustritt am Zahnfleisch
Wie läuft die Behandlung ab?
1. Befundaufnahme
Die Tiefe der Zahnfleischtaschen wird gemessen, Blutungsstellen werden notiert und Röntgenaufnahmen zeigen den Knochenverlauf. Risikofaktoren wie Rauchen und Diabetes werden erfragt.
2. Nicht chirurgische Phase
- Plaque und Zahnstein werden von den Zahnoberflächen entfernt
- Ablagerungen in den Zahnfleischtaschen werden beseitigt
- Die Wurzeloberflächen werden geglättet (Wurzelglättung)
- Techniken der Mundhygiene werden individuell erklärt
- Bei Bedarf wird Unterstützung beim Rauchstopp empfohlen
3. Neubewertung
Nach etwa sechs bis acht Wochen werden Taschentiefen und Blutung erneut gemessen. In den meisten Fällen reicht diese Phase aus.
4. Chirurgische Phase
Haben sich tiefe Taschen nicht geschlossen, werden chirurgische Verfahren erwogen, um die Taschen reinigbar zu machen oder Knochendefekte zu korrigieren.
5. Unterstützende Nachsorge
In individuell festgelegten Abständen (meist alle drei bis sechs Monate) werden Kontrollen und professionelle Reinigungen fortgeführt. Diese Phase ist zeitlich nicht begrenzt.
Zahnfleischerkrankungen und Allgemeingesundheit
Zwischen Parodontitis und Diabetes ist eine wechselseitige Beziehung bekannt: Ein schlecht eingestellter Diabetes kann die Zahnfleischerkrankung verschlimmern, und die Zahnfleischentzündung kann die Blutzuckereinstellung erschweren. Für Menschen mit Diabetes ist die regelmäßige Kontrolle des Zahnfleischs daher besonders wichtig.
Risikofaktoren
| Faktor | Wirkung |
|---|---|
| Unzureichende Mundhygiene | Fördert direkt die Plaquebildung |
| Rauchen | Beschleunigt das Fortschreiten, verschlechtert das Ansprechen auf die Behandlung |
| Diabetes | Verschlimmert die Erkrankung, wenn er schlecht eingestellt ist |
| Genetische Veranlagung | Bei manchen Menschen schreitet die Erkrankung schneller fort |
| Bestimmte Medikamente | Können Zahnfleischwucherungen verursachen |
| Hormonelle Veränderungen | In Schwangerschaft und Pubertät kann die Entzündungsneigung steigen |
| Zähnepressen | Erhöht die Belastung des Zahnhalteapparats |
Tägliche Pflege
- Zweimal täglich zwei Minuten mit einer weichen Zahnbürste putzen
- Die Bürste im 45-Grad-Winkel am Zahnfleischrand ansetzen
- Täglich die Zwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürste reinigen
- Professionelle Reinigung in den zahnärztlich empfohlenen Abständen
- Mit dem Rauchen aufhören
- Bei Diabetes den Blutzucker gut einstellen
Risiken und mögliche Probleme
- Vorübergehende Zahnfleischempfindlichkeit und Blutung nach der Behandlung
- Optisch zurückgegangenes Zahnfleisch, wenn die Taschen abschwellen
- Empfindlichkeit auf Wärme und Kälte durch freiliegende Wurzeloberflächen
- Deutlicher sichtbare Lücken zwischen den Zähnen
- In fortgeschrittenen Fällen Zahnverlust trotz Behandlung
- Wiederauftreten der Erkrankung, wenn die Nachsorge nicht fortgeführt wird
Diese Liste ist nicht abschließend. Ihre individuellen Risiken werden bei der Untersuchung und im Rahmen der Aufklärung besprochen.
Was sollten Patientinnen und Patienten aus dem Ausland beachten?
Die Parodontitis-Behandlung verläuft in Phasen: Die nicht chirurgische Phase umfasst je nach Ausdehnung meist eine bis vier Sitzungen, die Neubewertung folgt nach etwa sechs bis acht Wochen, und die Nachsorge ist dauerhaft angelegt. Das Stadium und der Behandlungsbedarf werden erst nach Untersuchung und Röntgenbefund festgelegt.
| Phase | Hinweis |
|---|---|
| Nicht chirurgische Phase | Meist 1–4 Sitzungen |
| Neubewertung | Etwa 6–8 Wochen später |
| Chirurgische Phase | Nur, wenn sich Taschen nicht schließen |
| Vorhandene Unterlagen | Frühere Röntgenbilder und Parodontalbefunde können vorab übermittelt werden |
| Nach der Rückkehr | Nachsorge meist alle 3–6 Monate bei Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt vor Ort |
Hinweis zu den Behandlungskosten
Auf dieser Seite werden keine Preise genannt. Der Behandlungsumfang hängt vom Stadium der Erkrankung und der Zahl der betroffenen Bereiche ab; über die Kosten kann erst nach Untersuchung und radiologischer Beurteilung gesprochen werden.



